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Höhere Beiträge in Kranken- und Pflegeversicherung erwartet

Posted in Allgemein, Krankenversicherung by sant on the Juli 9th, 2010

Die Bundesregierung hat sich in ihren Verhandlungen kürzlich für die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge ausgesprochen. Auch die Zusatzbeiträge sollen für Besserverdiener teurer werden. Darüber hinaus werden jedoch auch Steigerungen im Beitrag der Pflegeversicherung erwartet.

Neben der Krankenversicherung soll es künftig auch Änderungen bei der Pflegeversicherung geben. Bei der jüngsten Sozialversicherung Deutschlands, der Pflegeversicherung, besteht dringender Reformbedarf. Obwohl es bereits vor zwei Jahren eine Reform dieser Sozialversicherung gab, muss nun erneut nachgebessert werden. Das liegt daran, dass die Reform aus dem Jahr 2008 kaum über eine Beitragsanpassung hinausging. Die Pflegestufen und das dementsprechend gewährte Pflegegeld wurden auch kaum angetastet.

Doch nun soll alles anders werden. Zum einen soll es künftig 5 Pflegestufen geben, wobei auch Erkrankungen der Psyche, die zu einer Pflegebedürftigkeit führen, mitbedacht wurden. So soll es also künftig wesentlich leichter werden, bspw. bei Demenz Leistungen von der Pflegekasse zu beziehen. Zudem muss die Finanzierung der Sozialversicherung verändert werden. Die Umlagefinanzierung kann aus Gründen der Bevölkerungsentwicklung nicht beibehalten werden. So soll hier künftig eine Kapitaldeckungskomponente eingebaut werden. Das heißt mit anderen Worten: ein Stück der Finanzierungsform privater Versicherungen wird in die bisherige Finanzierung installiert. So wird gewährleistet, dass jeder Bürger künftig einen Teil seiner Beiträge auch für seinen eigenen Bedarfsfall anspart. Das gab es noch nie. Denn das solidarische Prinzip des Umlageverfahrens, das den Sozialversicherungen zugrunde liegt, sieht vor, dass die Beitragseinnahmen sofort für die aktuellen Leistungsempfänger ausgegeben werden. Doch dieses Prinzip funktioniert nicht mehr, weil die Beitragszahler immer weniger werden und die Leistungsempfänger immer mehr. Wegen dem Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben, klafft bei der Pflegeversicherung ein Finanzloch von mehreren hundert Millionen Euro.

Tatsächlich müsste die soziale Pflegeversicherung jedoch noch mehr ausgeben, als sie bislang tut, denn ihre Versicherten haben im Fall der Pflegebedürftigkeit horrende Selbstkosten zu tragen, weil nicht alle anfallenden Pflegekosten von der Pflegekasse vollständig beglichen werden. Wenn man jedoch monatlich mehr als 1.000 Euro aus der eigenen Tasche nehmen muss, sind nicht nur recht bald sämtliche Ersparnisse weg. Diese Situation kann in die Altersarmut führen. Die meisten Pflegebedürftigen befinden sich bereits im Rentenalter. Wenn die Pflegekosten nicht selbst aufgebracht werden können, muss die Familie letztlich einspringen. Um das zu verhindern, sollte man rechtzeitig in eine private Pflegeversicherung investieren. So gibt es drei verschiedene Pflegezusatz-Produkte (Pflegerenten-, Pflegekosten- und Pflegetagegeldversicherung), welche die Restkosten zu decken vermögen.

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