Fachberater Finanzen


Bald gerechtere Zusatzbeiträge bei Krankenkassen?

Posted in Allgemein, Krankenversicherung by sant on the Juni 12th, 2010

Die schwarz-gelbe Regierung ist erneut in Verhandlungen zur Gesundheitsreform getreten. Dabei hat die CDU einen Kompromissvorschlag unterbreitet, der vorsieht, die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen dem Einkommen des Versicherten nach zu bemessen.

Zusatzbeiträge können kurzfristig nicht vermieden werden. Letztlich waren die Kassen der gesetzlichen Krankenkassen so knapp, dass sie längst in den roten Zahlen wären, hätte es den Steuerzuschuss nicht gegeben.

So ist es nötig, den Bürger mit in die Finanzierung des Gesundheitssystems einzubinden. Denn es ist ein unbestrittener Fakt, dass so, wie die gesetzliche Krankenversicherung die letzten Jahrzehnte finanziert wurde, ein Fortbestehen kaum möglich wäre. Das hat verschiedene Gründe. Maßgeblich sind hierfür zwei Dinge ursächlich: zum einen die Umlagefinanzierung. Hier zahlt nicht jeder für seinen eigenen Bedarfsfall ein und weiß, was ihm in diesem Fall zusteht, so wie es bei den privaten Versicherern ist, sondern hier wird für die aktuellen Leistungsempfänger eingezahlt. Diesem Finanzierungsprinzip unterliegen die Sozialversicherungen, was bspw. auch bei der gesetzlichen Rentenversicherung oder der Pflegeversicherung zu Finanzierungsproblemen geführt hat.

Zum anderen verstärkt die demographische Entwicklung die finanzielle Misere. Unsere Bevölkerung wird älter und die Zahl der Beitragszahler nimmt ab. Da ältere Menschen höhere Krankheitskosten verursachen, die Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit steigt und zudem dies die Zeitspanne ist, in welcher sie ihre Rente vom Staat beziehen, sind die drei genannten Sozialversicherungen also an dieser Stelle gefragt. Wenn sich nun also schon seit Jahren die Zahl der Älteren erhöht und diejenigen, die Beiträge zahlen, weniger werden, wird schnell klar, dass hier nur bezuschusst werden kann, um das System am Laufen zu halten, wenn keine grundlegende Reform des Systems vorgenommen wird.

Im Falle des Gesundheitssystems hat die große Koalition seinerzeit den Gesundheitsfonds auf den Weg gebracht. Dieser genügt jedoch nicht, weshalb viele Kassen Zusatzbeiträge erhoben haben. Und so muss sich die Regierung nun nach gerechteren Finanzierungsalternativen umsehen. Schließlich wäre es doch wesentlich fairer, auch einen Anspruch auf eine Leistung zu haben, was bei den Sozialversicherungen leider nicht der Fall ist.

Im Beispiel der Krankenkassen soll nun ein einkommensabhängiger Zusatzbeitrag zu zahlen sein. So hat es die CDU in ihrem Kompromissvorschlag angedacht. So soll der maximale Zusatzbeitrag bis zu einem Einkommen von 1.400 Euro weiterhin bei einem Prozent bleiben. Wer aber mehr verdient, soll nun auch mehr zahlen. So staffelt sich der Prozentsatz bis auf 2,5 Prozent des Einkommens. Dieser maximale Wert wäre bei einem Einkommen von 3.750 Euro (Beitragsbemessungsgrenze) erreicht.

Selbstverständlich ist die Regelung für die private Krankenversicherung völlig unerheblich, da diese nur die gesetzlichen Kassen betrifft und die PKV davon unberührt bleibt.

Leave a Reply